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Weltbestes Wohnen in einem Berg

28 April, 2009
Mit Blick auf den Mount Everest fährt das Auto in eine erleuchtete Parkhauskathedrale hoch in den himmelblauen sechsten Stock und stoppt direkt vor der Wohnungstür. Die Dachterrasse zum Apartment ist Teil einer Landschaft aus hängenden Gärten und gibt eine Aussicht über Kopenhagens jüngsten Stadtteil Ørestad frei.
  
Das hier vorgestellte Gebäudekonzept ist keine dänische Träumerei, sondern das im Sommer 2008 realisierte Projekt „The Mountain Dwellings“ der Architekten Bjarke Ingels und Jakob Lange von der Bjarke Ingels Group (BIG). Die Idee war, traditionelle Bestandteile des Wohnens und Parkens miteinander in einer Art Symbiose zu verbinden und dadurch einen neuen Wohnkomfort zu schaffen. Die Umsetzung erfolgte, indem beide Funktionen – 450 Parkplätze und 80 Wohnungen – übereinandergesetzt zu einem Terrassensystem kombiniert wurden. Diese Lösung gestattete ein Verhältnis zwischen Wohnungen und Parkplätzen von 1:3. Wäre beides nebeneinander auf der vorgegebenen Fläche platziert worden, hätte ein kleines Gebäude im Schatten eines großen Parkplatzes gestanden. Stattdessen erheben sich die eingeschossigen Winkelhäuser zu einem künstlichen Berg von 34 Metern Höhe, mit einer Gesamtfläche von 33.000 Quadratmetern, die Terrassen nach unten in südlicher Richtung abgestuft. Die Dächer der 80 bis 150 Quadratmeter großen Wohnungen fungieren gleichzeitig als Dachterrassen für die nächst höheren Wohnungen sowie als Dach des vierstöckigen Parkhauses. Damit stellt das Wohnhaus eine gelungene Mischung für jene Mieter dar, die zwar in der Stadt leben und ihre Lebendigkeit und Dichte genießen, gleichzeitig aber die Möglichkeit zum Rückzug und zur Erholung in ihrem eigenen Garten nutzen wollen.
  
Ausgezeichnet als bestes Wohngebäude
  
Beim Weltarchitekturfestival (WAF) 2008 in Barcelona gewann die BIG für dieses Projekt den 1. Preis in der Kategorie „Wohnungen“. Das Erstaunliche an diesem Erfolg: Das Gebäude konnte aufgrund der Vorgaben der Entwicklungsgesellschaft By & Havn nur so oder so ähnlich aussehen. Beispielsweise mussten die Wohnungen nach Süden ausgerichtet sein, die Gebäudehöhe war beschränkt, ebenso die Wohn- und Parkfläche. Zum Hintergrund: Ørestad ist ein neuer Stadtteil zwischen Stadtzentrum und Flughafen, der im Rahmen eines weitreichenden Infrastrukturprogramms für Kopenhagen in den nächsten 20 bis 30 Jahren komplett fertiggestellt und Wohnstätten für rund 20.000 Einwohner sowie Arbeitsplätze für etwa 60.000 Menschen bereithalten wird. Die Besonderheit bei der Stadtteilentwicklung war, dass die Basis für die Verkehrsinfrastruktur, die etwa die Metrolinie und die Straßenführung umfasst, noch vor dem Gebäudebau gelegt wurde. Architekten standen und stehen dabei vor der großen Herausforderung, den vorhandenen Platz bestmöglich auszunutzen. Der Bau an der Metrostrecke erforderte durch die Vorgabe des Gebäudeumfangs und der Blickrichtung der Wohnungen weg von der Schiene neue Denkweisen. Die räumliche Einschränkung einerseits und gestalterische Freiheit andererseits begründen die überraschend originelle und phantasievolle Architektur wie die vom „Mountain Dwellings“.
  
Ein technisches und architektonisches Feuerwerk
  
Allein das Parkhaus ist eine Attraktion für sich: Nichts ist hier grau, dunkel oder bedrückend. Farbenfroh, hell und von Dutzenden Pfeilern getragen – an manchen Stellen ist die Decke bis zu 16 Meter hoch – versprüht es vielmehr den Glanz einer Kathedrale und trägt mit seinem Design zu einer neuen Wohnkultur bei. Direkt von der Straße gelangen die Bewohner entweder zu Fuß oder mit dem Auto über ein ausgeklügeltes Rampen- und Fahrstuhlsystem bis fast vor die Wohnungstür. Sowohl die Nord- als auch die Westfassade ist mit perforierten Aluminiumplatten versehen, die Licht und Luft in das Parkhaus lassen. Die eingestanzten Löcher stellen in ihrer Gesamtheit ein riesiges Abbild des Mount Everest dar, das tagsüber durch die schwarzen Löcher auf dem hellen Aluminium wie ein grob gerastertes Foto wirkt. Nachts wird die Fassade von innen heraus in den verschiedenen Farben der Etagendecken und Flurwände beleuchtet. Der Mount Everest erscheint dann als buntes Fotonegativ.
  
Mount Everest in Regenbogenfarben
  
Die entsprechende Wirkung und Leuchtkraft der Farben basiert auf dem Material der Deckenverkleidung des Parkhauses und der Decken- sowie Wandverkleidung der Flure, die zu den Wohnungen führen. Es handelt sich hierbei um Reynobond® Aluminiumverbundplatten von Alcoa, die mit der Lackierung DURAGLOSS® 5000 in den Wunschfarben der Architekten lackiert wurden. DURAGLOSS® 5000 ist eine neuartige Hightech-Lackierung auf Polymerharzbasis, die vielfältige Vorteile bietet. „Anstatt eine einzelne Farbe für das Parkhausdach zu wählen, entschieden wir, dass die Decke ausgehend von Grasgrün am Boden bis Himmelblau an der Spitze gestaltet werden sollte“, sagt Jakob Lange, Projektleiter von „ The Mountain Dwellings“. Für die perforierte Fassade testete man zunächst mehrere Motive, von denen die meisten jedoch in einigen Jahren verjährt sein würden. Weil das Gebäude aber stets mit einem Berg in Verbindung gebracht wurde, entschieden sich die Architekten schließlich für das Bild des größten Bergs – den Mount Everest. Gegenüber der stimmungsvollen und aufmerksamkeitsstarken Architektur im Inneren mutet das Gebäude von außen eher schlicht und klar strukturiert an. Dieser gestalterische Kontrast zwischen Wärme und Kälte sowie Ebenheit und Aufwärtsbewegung verleiht den „Mountain Dwellings“ einen spannungsvollen dualistischen Charakter.
  
Aluminium als Symbol für Technologie und städtisches Flair
Drei grundlegende Gestaltungselemente sind im Außenbereich vertreten: perforiertes Aluminium für das Mount-Everest-Motiv mit einer Gesamtfläche von 2510 Quadratmetern, Holzpaneelen mit Verglasung für die südlich ausgerichteten Terrassen sowie Aluminium mit Verglasung für die Fassade des Gebäudes. Insgesamt wurden auf etwa 15.000 Quadratmetern Reynobond® Aluminiumverbundplatten in knalligen Farben und Natural Aluminium Brushed verwendet. Die Verkleidung der Seitenfassaden der Wohnungen mit Aluminiumverbundplatten kann als Fortsetzung einer Designlinie gesehen werden. Bei dem Vorgängerprojekt von BIG, den VM Houses, ist die komplette Außenfassade ebenfalls in Aluminium und Glas gehalten. „Bei ’The Mountain Dwellings‘ haben wir das Aluminium für die Fassade als Verweis auf die gegenüberliegenden ’VM Houses‘ verwendet“, erklärt Jakob Lange.
  
Fakten in Kürze:
  
Projekt: The Mountain Dwellings
Anschrift: Kopenhagen-Ørestad, DK
Gesamtfläche: 33.000 m2
Fassade: Vink A/S
Produkt: insgesamt 15.000 m2, 4 mm Reynobond® Architecture Aluminium-Verbundplatten mit FR-Kern
Oberfläche: Natural Aluminium Brushed und 10 Spezialfarben (Gelb, Rot, Grün, Blau, Violett) in DURAGLOSS® 5000
Status: fertiggestellt Sommer 2008
Architekt: BIG – Bjarke Ingels Group, Verantwortlicher Partner: Bjarke Ingels, Projektarchitect: Jakob Lange, Projektleiter: Finn Nørkjær, Projektmanager: Jan Borgstrøm, Mitwirkende: Annette Jensen, Dariusz Bojarski, Dennis Rasmussen, Eva Hviid-Nielsen, Henrick Poulsen, Joao Vieira Costa, Jørn Jensen, Karsten V. Vestergaard, Karsten Hammer Hansen, Leon Rost, Louise Steffensen, Malte Rosenquist, Mia Frederiksen, Ole Elkjær-Larsen, Ole Nannberg, Roberto Rosales Salazar, Rong Bin, Sophus Søbye, Søren Lambertsen, Wataru Tanaka.
  
Alcoa Architectural Products in Merxheim / Frankreich ist eine Tochter des Aluminium- Weltmarktführers ALCOA. 97.000 Mitarbeiter in 34 Ländern produzieren und vertreiben Produkte von der Verbundplatte bis zur Haushaltsfolie.
  
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
  
Juliane Glauser
team:penta GmbH & Co. KG
Communication
Seibertzweg 2
44141 Dortmund
Deutschland
  
Telefon: +49 (0) 231 – 55 69 52 68
E-Mail: j.glauser@teampenta.de
  
Anhang
  
Material:
  
Fenster: Jatoba Holz-/Alurahmen in den Wohnungen
Fußboden: Eichenholz mit Fußbodenheizung
Decken: gestrichener Beton
Perforierte Fassade: 3 mm Aluminiumplatten
Terrassenholz: IPE unbehandeltes Hartholz
Bad: Komplette Badeinheiten von „EJ-badekabiner“
  
Unternehmen:
  
Bauunternehmer: Høpfner A/S
Konstruktion: DS Elcobyg A/S /PH Montage
Technisches Bodensystem: M.J. Eriksen
Fensterfirma: SA facades
Fassadenkonstruktion: PPE Enterprise AIE + Klug AIE
Stahlarbeit: HB-trapper
Dachkonstruktion: Montak
Außenfassade: PPE Entreprise
Interne Schreinerarbeiten im Parkhaus: KLUG
Technischer Service: ENCO
Elektrofirma: EL-team Fyn
Belüftung: Klimodan
Holzterrassenkonstruktion: Drewcom
Straßenführung: Dansk Auto-værn
Perforierte Aluminiumfassade: Nettoperforering
Anstrich: Svend Aage Sørensen

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