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Architektur auf den Kopf gestellt – die VM Husene in Kopenhagen

1 Mai, 2006
Ein Höchstmaß an Individualisierbarkeit – In den Fußstapfen von Le Corbusier und Koolhaas Julien De Smedt und Bjarke Ingels zählen zu den innovationsfreudigsten Architekten Dänemarks. Im Jahr 2001 gründeten sie das Architekturbüro PLOT Arkitekter, nachdem sie sich im Office for Metropolitan Architecture (OMA) von Rem Koolhaas kennen gelernt hatten. Die Zusammenarbeit im gemeinsamen Büro währte lediglich 4 Jahre; inzwischen gehen der Belgier De Smedt und der Däne Ingels wieder getrennte Wege. Aber im Rahmen ihrer Zusammenarbeit ist eines der interessantesten Bauprojekte der letzten Jahre entstanden: VM Husene. Koolhaas, einer der großen zeitgenössischen Praktiker und Philosophen der Architektur, hat den Prozess des Entwerfens unverrückbar in den gesellschaftlichen Kontext gerückt. De Smedt und Ingels bauen darauf auf. Für sie sind Architekten Fährtensucher, Koordinatoren und Editoren der zahllosen miteinander konkurrierenden gesellschaftlichen Kräfte; die Ästhetik des Baus ist eine Schlussfolgerung aus diesen Kräften und nicht das Ursprüngliche. Die Architekten selbst brachten ihre Philosophie, die sich auch in ihrem Namen äußerte, wie folgt auf den Punkt: „Eine Erzählung ist eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die durch einen PLOT zusammengehalten werden... Durch den PLOT wird aus Architektur mehr als eine Aneinanderreihung von Bade- und Schlafzimmern.“ Und der Architekt Eric Messerschmidt lobte PLOT bei einer Preisverleihung mit den Worten: „Ihre Arbeit ist ein brillantes Beispiel dafür, wie man sich, indem man die typischen Methoden und Einstellungen eines Architekten auf den Kopf stellt, von überkommenen Lösungen befreien und Architektur neu denken kann.“ So ungewöhnlich wie das Architektenbüro PLOT ist der Hintergrund des Projekts VM Husene. Es ist entstanden in Ørestad, einem Stadtteil im Süden Kopenhagens, den es erst seit einigen Jahren gibt. Insgesamt sollen hier 3,1 Millionen Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche in den kommenden 30 Jahren entstehen. Die ersten Bereiche sind bereits erschlossen, wobei der verantwortliche Entwicklungsstab großen Wert darauf legte, dass sich der außergewöhnliche Charakter der neuen Trabantenstadt auch in der Architektur niederschlägt. VM Husene von PLOT Arkitekter ist eine zeitgemäße Neuinterpretation von Le Corbusiers „Unité d' Habitation“, jenem Marseiller Projekt aus dem Jahr 1947, mit dem der berühmte Architekt seiner Theorie der „vertikalen Stadt“ Ausdruck gab. Ein nicht realisiertes Projekt für 100 Studentenwohnungen versuchte diese Gedanken zeitgemäß in die Praxis umzusetzen. Daraus erwuchs die Inspiration für VM, einen verwinkelten Gebäudekomplex mit zahllosen unterschiedlichen Apartment-Formen. VM Husene besteht aus zwei Gebäuden: dem M-Haus und dem V-Haus. Die Namen leiten sich von ihrer Form ab, die von den Architekten bewusst gewählt wurde, um aus jeder Wohnung einen freien Blick auf den umliegenden Park zu ermöglichen. Und nicht nur das: Die Rasenfläche zieht sich unter beiden Gebäuden komplett hindurch, da sie quasi auf Stelzen stehen. Glas, Stahl, Beton und Aluminium sind die Baumaterialien für diese mit flexiblen und offenen Maisonettewohnungen bestückten Gebäude, die sich bis zu einer Höhe von zwölf Stockwerken empor strecken und durch dreieckige Balkone zusätzlich akzentuiert werden. 230 Wohnungen zwischen 77 und 119 Quadratmetern und in 76 unterschiedlichen Zuschnitten sind insgesamt in beiden Gebäuden untergebracht. VM Husene wurde zunächst ohne Zwischenwände errichtet, um eine weitgehende Individualisierung der Wohnungen zu ermöglichen. „Das Erste, was die Menschen tun wollen, wenn sie in eine neue Wohnung einziehen, ist das Niederreißen von Wänden“, erklärt De Smedt. „Wir haben genau das Gegenteil von dem gemacht, was Bauherren normalerweise bei so einem Projekt tun: Wir haben mit offenen Räumen begonnen, die jeder so aufteilen kann, wie er möchte.“ Jedes Apartment verfügt über einen dreieckigen Balkon, der durch die Fortführung von Bodenträgern durch die Außenwand gebildet wird. Dieser „vertikale Garten“ ist weitgehend standardisiert, was den Bauprozess vereinfachte. Le Corbusiers Typologie der „Unité d' Habitation“ wird durch kurze zentrale Korridore neu interpretiert, die von beiden Enden Licht hereinlassen, wie Einschusslöcher, die sich durch das Gebäude ziehen. Sie sind groß und hell und folgen dem Gedanken Le Corbusiers, ein Ort der Begegnung zu sein. Das in der Mitte geknickte V-Haus verhindert ein Vis-a-Vis mit dem Nachbargebäude und ermöglicht so aus allen Fenstern den Blick auf den umgebenden Park. Jede Wohnung hat ausreichend Luft, Licht und Ausblick. Die nördlich gelegenen Räume sind doppelt so hoch wie die südlich gelegenen, die dafür einen Panoramablick bieten. Die Knicktechnik des V-Hauses wiederholt sich beim M-Haus in kleineren Schritten. Beide Gebäude sind unabhängig voneinander, und doch stehen sie in einer gegenseitigen Beziehung, die sie zu einer Einheit werden lässt. Für die außergewöhnliche Fassade sowie für die Unterdeckenbekleidung wurden PVDF 70/30 - beschichtete Aluminium-Verbundplatten von Reynobond® Architecture in einer Stärke von 4 mm eingesetzt. Neben den ästhetischen Aspekten überzeugten auch die wirtschaftlichen Gesichtspunkte sowie die Qualität des Materials. Insgesamt 7.500 qm Reynobond® Architecture wurden als genietetes System angebracht, wovon knapp 75 % in der Farbe Bronze Metallic und rund 25 % in Anodic Silber installiert wurden. Fakten in Kürze:
Projekt: VM Husene Anschrift: Kopenhagen, Dänemark, Ørestadboulevard Architekten: Bjarke Ingels und Julien De Smedt Größe: 25.000 qm Auftraggeber: Høpfner A/S Gebäudeart: 2 Wohnhäuser mit 230 Apartments Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an: Alcoa Architectural Products Virginie Leicht 1, rue du Ballon F-68500 Merxheim Frankreich Tel : +33 (0)3 89 74 46 44 Fax : +33 (0)3 89 74 46 90 Email: aapmerxheim@alcoa.com
PDF Pressemitteilung = die VM Husene in Kopenhagen (678 kb)
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 VM Husene
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